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Auf eine Kanne Tee
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Friesland Ammerland

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Ausgewählter Beitrag

Frühling und andere Nebenwirkungen

springtime.jpg


Be-Lebend-D


Dieser Frühling hat seltsame Nebenwirkungen. Ich wünsche mir eine neue Nähmaschine. Nicht dass ich keine hätte. Ich habe eine, schon seit ich 19 bin. Die meines Grossvaters. Ja, meines Grossvaters. Sie lesen richtig. Der hatte sich eine zugelegt, weil er sich damit aus Meterware das selbst zuschnitt und nähte, was seine Beine und deren Venen ihm abverlangten, anstatt sich fertige und teurere Exemplare von Gummistrümpfen zuzulegen. Nachdem er während meines zweiten Studiensemesters dann starb (und mehr als eine nur kleine Lücke in meinem Leben hinterliess), bot meine Grossmutter uns einige Monate später und als sie so nach und nach manches und auch einen Umzug in eine andere Wohnung für sich organisierte und einiges dazu aussortierte, an, dass eine seiner Enkelinnen die Nähmaschine bekommen und die anderen den Barbetrag erhalten sollten, die für den Kauf einer neuen Maschine nötig sei.

Faden-Nicht-Verlierend


Keine der anderen Enkelinnen hatte Lust oder Interesse oder Geduld für die Verwendung einer Nähmaschine – weit mehr interessierten sie sich für  den Barbetrag. So zog die Nähmaschine bei mir ein. Sie gehört zu den Dingen, die ich von meinem Grossvater besitze, die nicht nur Gegenstände sind. Wie seine Schnitzmesser- und werkzeuge und die Schachfiguren. Und anderes.


Ich musste jedoch bald erkennen, dass sie einen tückischen kleinen Schaden hat – mitten im Nähen transportiert sie nicht weiter, sondern näht wie der Deibel an gleicher Stelle und produziert somit 20faches wieder aufzutrennendes Fadengewirr und nötigt zur Gefangenenbefreiung der Nadel. Alle Versuche der Ursachenfindung und –beseitigung seither blieben erfolglos. An der Maschinenmarke oder ihrer Qualität  lag es nicht. Familien- und traditionsbedingt (einige meiner Vorfahren bzw weitläufigen Verwandten meiner Grossvaterseite standen in Lohn und Brot bei Pfaff und in Kammgarnspinnereien und anderen handwerklichen Berufen wie Werkzeugmacher und Schlosser) ist es eine gute Pfaff.


Nähen ist mit der kleinen Tücke der Maschine aber  ein Abenteuer mit Hindernissen und Hürden über die Jahre gewesen, bei dem man mit Geduld und nur mit liebevollem Gedanken an den Grossvater leiseseufzendundaugenzwinkernd die Pannen korrigierte. Seit meine Oma irgendwann nebenbei erwähnte, er habe wohl mal mit dem Stretch der Meterware ein Problem gehabt mit der Maschine. Ein paar Jahre hatte ich ohnehin zeitlich und auch sonst eher weniger Bedarf an Selbstnähen, wie auch am Selberstricken, so dass die Maschine eine Art Urlaubszeit auf unbestimmte Zeit bekam. Diese Phase fühlt sich schon länger aus verschiedenen Gründen bei mir beendet an. Die technische Tücke hinterlässt aber den Geschmack streikender Belegschaft bei unternehmungslustigem Arbeitgeber. ;-)




Vor-Knöpfend

 

En passant der ersten heller werdenden Tage seit Lichtmeß aber und des Frühlingsputzes und Frühlingslüfterls ist er da: Der Wunsch nach einer neuen Nähmaschine. Ich entdecke sogar vehemente Veränderungen meiner Sehkraft. Nein, nicht die minimale nun auch optische Weitsichtigkeit, die mich jüngst zum Augenarzt lotste. Sondern ein Schielen. Nach Modellen, bei denen man Näh- und STICKfunktionen vereint findet. ;-) Säääääääähr bestrickend.


Bestrickend


Eine Maschine, die  – hach – höchst modern mit Computerprogrammierung für die Muster arbeiten.  Wir sprechen hier nicht vom Kreuzstich oder Tischsetstickerei. Sondern der Möglichkeit von zauberhaft eleganten feinsten Stickereien.

Nur: Die Unerschwinglichkeit – oder mindestens Unvernünftigkeit – der Anschaffung solcher Modelle für reinen Privathaushaltsgebrauch lässt seufzen. Tiiiiief seufzen.  Aber leider nicht den Wunsch nach neuer NÄHmaschine generell entfallen. Die Modewoche Mailand hat da noch einen Virus mehr geliefert. Die zauberhaft anmutigen, femininen, leicht schwingenden Modelle, die man bei Prada (für Winter , die Sommermode ist eher abtörnend), Armani und Max Mara entdecken konnte, sind unwiderstehlich nachahmens-und nachnähenswert. Seit langem endlich mal wieder Schnitte, die mich in den Fingern kitzeln, mich an die Maschine zu setzen. Traumhaft schöne Mäntel, Mantelkleider, und auch endlich wieder bissl uniformstyle (juchuuuu), auch ein paar feine Ideen bei Moschino für den Winter .


DAS MUSS DIE SCHULD DES FRÜHLINGS SEIN! Vermutlich nur ein Virus, nur ein vorübergehender Virus*murmel* - aber die Murmelformel nutzt nicht viel. Bestimmt liegt es an ihm. Ich hab noch keinen anderen Schuldigen ausmachen können. Und einer muss ja immer schuld sein. Ich will das diesmal einfach mal nicht sein. Also ist’s der Frühling. Basta!

 

 

 

Er rächt sich einfach -  davon bin ich überzeugt. Denn beim allgemeinen Fastengedöns hat er wie immer eine Schlappe eingesteckt. Ich halte weder Diäten noch Fastenzeiten. Weder kalendarisch, noch nach Modesaison, noch gruppendynamisch. Dieser hamsterradähnliche Wahn „So wie ich bin, will ich nicht bleiben“ mit ohnehin sinusartigen kurzfristigen Hochs und elend langen und perpetuum mobile Tiefs habe ich in meiner nächsten Umgebung und nach und nach auch generell um mich herum schon zu früh miterlebt, als dass ich daraus nicht logische eigene Schlüsse gezogen hätte. Aus der Grundmeinung, der Mensch sei lernfähig. Dann lieber „Ich will das Beste werden, was ich bin“ – und zwar talentmässig und das mit dem richtigen Augenmaß und mit Maß und Ziel. Und gesund. Sein. Bleiben. Keine Frühlingsdiäten (und sonst auch keine). Der Frühling hat mir dafür diesmal eins ausgewischt. Vorzeitige Frühlingsputz-Phase. Die war gut – feines Gefühl, das alles erledigt zu haben. Und sie passte ausserdem prima zur Chronobiologie und zu zwei Produkttestaufgaben, die hereingeflattert kamen. (dazu in gesondertem Post).

 

Die Frühlingsgrippe , die mir der Frühling dann bescherte, wirkt nicht auf ersten Blick wie Belohnung für den abgeschlossenen Frühjahrsputz. Gibt aber gute Gelegenheit, sich eine kleine Erholungsphase zu nehmen. Gute Gelegenheit, sich die nächste to-do-Liste nebenbei zu kritzeln und zu sortieren. Jungfrauen sind nun mal so – gut durchorganisiert. Planend. Strukturiert. Zeitmanager. Heisst es. Ordnungsliebend.

 

IMG_0919_1fuellerFCblog.jpg


Lieblings-Schreibsel-Zeug


 

Also endeten die 5 Tage Grippe mit (har har von wegen kein Fasten) 5 kg Lebendgewichtverlust. Weil ich bei Grippe und jenseits der Temperaturskala > 40° Fieber nun mal nix mag und runterkriege ausser Tee, heisses Zitronenhoniggetränk und Orangen und mich hauptsächlich gesundschlafe. Und allen Gerüchten entgegen: nein, man atmet im Schlaf keine Kalorien ein, nicht mal wenn man von neuen Foodideen träumt. Und das tue ich eh nicht. Auch wenn manche das glauben. Und: nein, die neuen Rezepte fallen mir auch nicht im Schlaf ein. ;-)



Ranunculus

 

Die Grippetage endeten ausserdem mit einem Zettel für noch zu besorgendes Malerzeug. Da steht wenig drauf, weil Farbe und Abdeckplanen noch reichlich vom Renovieren der Nymphenburger Kanzlei übrig blieben. Nur die Teleskopstangen für die Rolle und die Malerei des Plafonds sind unauffindbar im Kellergewölbe.  (Fürchte, DAS kann ich nicht dem Frühling in die Schuhe schieben, wenn mich mein Hildesheimer nicht trügt, wurden die dann wohl entsorgt, muss ich wohl nachkaufen *seufz* => Einkaufszettel )


 

Die Grippetage hatten des weiteren to-do-Listen für den beruflichen Filo, für Fotoserien und Foodideen, für die einen oder anderen Anschaffungen in der Burg und für’s Office, für den Einkauf der nächsten Tage und diesen Monat, für ein paar Wunschpläne dieses Jahr zur Folge. Also im Grunde mental auch das, was man beim Frühjahrsputz mit seinen Schränken so anstellt. Aussortieren, Raum schaffen für Neues und für’s Sortieren des Vorhandenen. Wieder fit in den Laufschuhen lässt sich gut die Arbeit angehen, wenn man weiss, was man vor und vor sich hat. Lässt sich prima diese Woche erledigen. Die Malerei dann zum Monatswechsel. Weil auf der to-do-Liste für die Küche nämlich noch ein must-have gelandet ist. Und Stöbern und noch ein paar Spurts in diverse(n) Läden erfordert. Damit es nach dem Malern in einem Aufwasch gehen kann bei Montagen. Also timeline up to date und geregelt.



Dieu et Mon Droit


 

Nur eines ist noch ungelöst. ........Das mit der Nähmaschine, das steht auf einem anderen Blatt. ;-)



*

PS:

Was dies und die Letter und Texte auf dem Knopf bedeuten, dem "Collet"?
"Collet" ist ein Begriff, der sowohl für die Uniformjacken Angehöriger verschiedener Armeen schonn seit Napoleons Zeiten verwendet wird, als auch für die Knöpfe oder Verschlüße, gelegentlich auch für die Stehkragen derselben.

Hier:
http://tinyurl.com/2w4b5h

und
http://tinyurl.com/3zqzl2

und
http://tinyurl.com/6yw5u


Einer der Knöpfe eines meiner absoluten Lieblingskostüme,
bzw der Jacke davon.
Seit 2005.
Es hat mich gefunden, nicht umgekehrt.
Wegen des Uniformstils des Kostüms, bestehend aus sehr schmal geschnittenem langen Kleides und der Jacke darüber.
Den genauen Text der Knöpfe habe ich erst nach dem Kauf en detail wahrgenommen.
Seither begleitet es mich. Im besonderen die Jacke.
In der Luft. Auf dem Boden. Zur See.


:-)


Sandmuschelchen 06.03.2010, 04.04 TB | PL | einsortiert in: Bestrickendes

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Pe

Hi Liz,

ich hab dir meins gezeigt....
Hier klicken
Zeigst du mir bitte deins?

Liebe Grüße Pe

vom 10.03.2010, 10.46