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Mit viel Sonnenenergie geht's weiter: Orange






Die Zeit läuft endlich wieder chronobiologisch nach der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit und synchron mit meiner Tideuhr über dem Arbeitsplatz. Nein, jetzt bloss keine Diskussion über Sinn oder Unsinn von der Sommerzeitumstellung. Ich halte es mit ihr einfach



so: Die Uhren werden umgestellt, mit Ausnahme meiner Norderneyer Tideuhr. Die zeigt die Uhrzeit und mit einem separaten Zeiger die Tide auf Norderney an. Die ist ganz individuell und an der Küste auch unterschiedlich. Warum grad Norderney ? Na, erstens hab ich sie mir von dort mit hier her gebracht und zum anderen ist das noch eine ganz andere Geschichte. Ebenso die Antwort auf die oft von Mandanten und anderen gestellte Frage, warum sie in meinem Büro über meinem Schreibtisch hängt.

Die Gezeiten stellen ihre Uhrzeit auch nicht um und so halte ich es auch mit der Tideuhr. Die geht also den Sommer über scheinbar eine Stunde nach und zu meinem persönlichen Brainjogging gehört in dieser Zeit, dass ich automatisch immer die eine Stunde gedanklich voraus bin. Das klingt viel schwieriger als es ist, es geht in Fleisch und Blut über und ich bin noch nie unpünktlich gewesen. Meine innere Uhr kommt mit diesem Trick besser klar, als wenn ich den ganzen Tag nach der für mich "falschen" Sommer-Zeit ausrichten würde. Es ist einfach eine Sache der Gewohnheit.

Man muss ja nicht alles mitmachen und nicht alles stereotyp. Querdenken ist nicht das Schlechteste. In mehr als einer Hinsicht und man muss gar kein Querkopf dafür werden.

So ist es ja bekanntlich auch hilfreich, im Alltag Dinge mal anders zu machen, als sonst: Im übrigen auch als Training für die Mobilität, motorische Fertigkeiten und als Brainjogging gegen (vorzeitiges) Altern. Geistig und körperlich fit bleiben. Wann man damit anfängt? Na, warum sollte es schaden, das mit 30 oder 40 oder 20 oder 15 zu machen.... ??

Als Rechtshänder zB einfach mal die üblichen Handgriffe mit der linken Hand zu machen. Löffeln der Suppe, Einschenken der Teekanne, Griff nach der Vorratsdose im Schrank, Briefkasten aufschliessen, Toast in den Toaster geben u.v.m. Nein, so fit wird man sicher nicht damit, wie manche der von Contergan Betroffenen, die eine bewundernswerte Fingerfertigkeit ihrer Füße beweisen (allerdings durch viele andere Tätigkeiten eine Belastung ihres Wirbelsäulenapparates erfahren, aber das ist ein ganz anderes Thema). Wenn ich Bilder oder Videos sehe wie dieses, möchte man manchen überheblichen Personalchef oder Arbeitskollegen fragen, die gelegentlich Zweifel an der Richtigkeit der Gleichstellung Behinderter äussern, wer in Wahrheit "behindert ist oder nur behindert wird" im Berufsleben oder ob er das auch kann ? ;-)

Zweifelsohne beweisen viele Menschen mit körperlichen Einschränkungen mehr Power und Energie, um diese auszugleichen, als so mancher, der glaubt, kein handicap zu haben. Daran kann man ja auch mal denken, wenn der eine oder andere mit dem nachlassenden Sommersonnenlicht nun etwas schlapper in den Tag startet. Dass Licht durchaus eine solche Wirkung auf den Organismus hat, weiss man - auch durch die Schlafforschung und die Erforschung von Auswirkungen von Schichtarbeit - inzwischen. Je nachdem, zu welcher Zeit man - vormittags oder spätnachmittags hinaus geht und einen Spaziergang macht, kann man sogar seine innere Uhr nachjustieren und dadurch entweder länger schlafen oder früher abends einschlafen. Wissenschaftliche Forschung hat in Studien zudem bereits erwiesen, dass das Immunsystem bis zu doppelt so viele Antikörper gegen Infektionen bildet bei gutem und ausreichendem Schlaf gegenüber nicht ausreichendem Schlaf. Das stellte auch Hormonforscherin Tanja Lange von der Universität Lübeck in einem Experiment fest: Sie spritzte Testpersonen eine ungefährliche Dosis Hepatitis A-Viren. Ein Teil der Gruppe durfte in der darauf folgenden Nacht schlafen, der andere wurde daran gehindert. Bei der Blutuntersuchung stellte die Endokrinologin fest, dass die Schläfer-Gruppe doppelt so viele Antikörper gegen das Virus gebildet hatte wie die Nicht-Schläfer-Gruppe:

Wenn man sich das überlegt, wird einem klar, dass und wie wenig leichtfertig man den eigenen Rhytmus, die eigene innere Uhr jedem vermeintlich vorrangigem Tagesablauf unterordnen sollte. Sondern sich genug Zeit geben und nehmen, um auch mal nachzutanken. Energie durch Tageslicht, frische Luft, genug Schlaf zur richtigen Nachtzeit und kleine Freuden. Die gute Laune machen. Farbtupfer im Leben. An jedem Tag im Kalender.





Denn keiner blättert für uns die Zeit zurück. Man hat seine ganz persönliche Zeit nur einmal. Und vergisst das viel zu oft.

;-))

Sandmuschelchen 27.10.2008, 05.49

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Inge aus HH

Hallo liebe Liz,

toll haste das geschrieben. Wirklich klasse und das sonnige Orange tut richtig gut. (((Liz))), Dir eine schöne ruhige Woche! :)

vom 27.10.2008, 13.07
Antwort von Sandmuschelchen:

Liebes Ingelein, das freut mich wirklich sehr. Ein Lächeln, das man zurück bekommt ist immer wie eine herzliche Umarmung - (((INGE)))
glbG Lizchen