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Ausgewählter Beitrag

Njuuuuuschuuuuuu



Die Sache mit dem Haken und den Hacken

Es war mal wieder so weit. Zeit für Njuuuuschuuuus. New Shoes. Neue Schuhe, neue Hacken. Zeit für eines meiner Lieblingsschuhgeschäfte.
Es gibt sie noch. So Schuhgeschäfte, so richtig schön "old school", wie man das neudeutsch heutzutage nennt. Nicht old fashioned, nicht altmodisch, altbacken. Sondern mit guter alter Klasse im Stil des Umgangs mit dem Kunden.
Keine Schuhkette, sondern noch ein Laden, in dem die Inhaberin zwar vielleicht das Alter 60plus erreicht hat, selbst an der Kasse steht und die Kunden bedient und auch die 3 angestellten Verkäuferinnen im Alter zwischen Mitte 40 und 60plus zu suchen sind. Aber weit mehr up to date, was Marketing und Service angeht, als die selbsternannt modernen shops und shops-Ketten. Denn
up to date ist heute mehr den je Service. Und in jenem Schuhgeschäft, von dem hier die Rede ist, kaufe ich daher gern jedes Frühjahr und jeden Herbst mein jeweils neuestes Schuhpaar. Hier wird noch jeder Kunde so zuvorkommend bedient, wie man es "von früher" kennt, mit Service von Kopf - dem persönlichen, zuvorkommenden und kompeteten Gespräch der Fachverkäuferin mit jedem Kunden - bis zum Fuss, dem noch am Schemelchen mit samt parat gehaltenem Schuhlöffel in den Schuh geholfen wird.

Findet man dort nur Klientel und Schuhwerk aus der Altersgruppe der Servicekräfte? Mitnichten. Aber dass diese sich dort noch wirklich gut bedient fühlen, kann man selbst als jüngerer Mensch nur zu gut verstehen, wenn man sie dort und zum Vergleich in anderen Schuhgeschäften nach Hilfe bei der Wahl der Schuhe suchen sieht. Warum ich selbst dort gern einkaufe? Abgesehen von der Tatsache, dass ich es dringend nötig finde, Läden zu unterstützen, die solchen Service im Wettbewerb mit Wegwerfschuh-Sortiment-Ketten leisten und uns zeigen, dass das eben auch noch möglich ist: Persönlicher Service, persönliche Beratung, gute Produktqualität und modernes Sortiment, nicht Dumping-Schrott zu Dumping-Preisen.

Weil ich mir - wenn ich in manchen Läden so stehe und mich umsehe - gelegentlich versuche vorzustellen, wie eine meiner beiden Grossmütter oder eigene Eltern dort behandelt würden oder werden. Und ob ich - wenn ich deren Alter erreiche - dann auch so behandelt werden möchte, wie Kunde in manchen Läden heute schon abgefertigt wird, anstatt bedient und gut behandelt zu werden. Und stelle oft genug fest, dass ich Geschäfte danach auch (aus)sortiere. Weil ich heute nicht unterstützen und finanzieren möchte, was mir weder heute noch in ein paar Jahren als Kunde gefällt.

Ist Ihnen übrigens schon einmal aufgefallen, warum Sie - wie ich jedenfalls - AUCH so gerne in einigen italienischen oder auch türkischen Lebensmittelläden einkaufen, nicht allein wegen der Produkte ? Service und Gespräch mit dem Kunden ist da nicht nur ein Etikett.

Jenes Schuhgeschäft gehört - aus demselben Grund - zu meinen Favoriten. Und vor allem wegen des wohltuenden Unterschiedes zu all jenen Geschäften und Ladenketten, bei denen wir immer weniger Kunde, als unbezahlter Mitarbeiter für alle die (Dienst)Leistungen der Unternehmen werden, die uns auch noch weismachen wollen, dass das angeblich in unserem (Preis-Leistungs-)Interesse sei. Während sie die Qualität und das Beschwerdemanagement über kostenlose hotlines und inkompetente Mitarbeiter so verschrotten, dass sie uns mehr und mehr nötigen, Wegwerfprodukte zu erwerben und wieder neu zu erwerben, weil weder Ersatzteile oder Mängel besorgt oder behoben werden, noch sonst Beratungsleistungen beim Erwerb erfolgen. Als Kunde muss man doch heutzutage nahezu alles selber machen - Produktinfo verschaffen (am besten im Internet und dort vergleichen oder in Warentest-Berichten oder Foren), Ware abholen, auf- und zusammenbauen, Briefmarken, Steuererklärungen, Behördenanträge etc im Internet organsisieren, ausfüllen, einreichen, Rehamassnahmen nach Schlaganfall an einem Computer selbst und allein ausführen, und und und. Klar, wir sind mündige Bürger. Aber das heisst nicht, dass uns alles auf- und überbürdet werden muss, wofür andere eigentlich die Leistung stellen sollen.
Oder wer bezahlt denn den Preis im Laden und die Verwaltungskosten für Krankenkassen und Versicherungen über die Prämien und die Verwaltungskosten für Finanz- und alle anderen Behörden über die Steuer, die sich zunehmend hinter Internetportalen und reduzierten persönlichen
Finanzämter haben durchaus auch Pflichten, wie andere Ämter, ingewissem Umfang auch bei der Erstellung von Anträgen und Einreichung von Formularen Hilfe zu leisten. Erreicht man aber schon seit Jahren Finanzämter schon nur noch zu bestimmten vormittäglichen Zeiten telefonisch, braucht man auf einen Termin persönlich dort gar nicht zu hoffen. Weiteres Beispiel: Kindergeldzuständigkeit ist hier auf zwei Ämter - Passau und Deggendorf - ausgelagert, telefonisch keine Erreichbarkeit, persönlich de facto schon wegen der Fahrtstrecken der Bürger abgewehrt. Ganz ohne Stadtmauer vor dem Amt, wie praktisch. Was durch Kommunal- und andere Behörden scheinbar vereinfacht per Internet möglich sei, wird für viele Menschen zur Hürde. Da trumpft ein Leiter der Finanzbehörde vor einer umsatzpflichtigen Kleinunterunternehmerin auf, dass das doch alles das Leben wesentlich erleichtere, als sie persönlich bei ihm vorstellig wird. Weil sie tagelang vergeblich versucht hatte, ihre Umsatzsteuervoranmeldung mit dem vom Amt verlangten Formular und Programm, das sie sich dazu auch runterladen musste, an eben dieses Amt ausgefüllt zu übermitteln. Was Fristen unterliegt, nicht mehr wie früher per Fax erlaubt ist und wegen permanenter technischer Fehlermeldungen nicht zu bewerkstelligen war. Über den Klee lobte er das System, die Ersparnis von Verwaltungskosten, die Erleichterung für jeden, der die Formulare an das Amt übermitteln müsse - und war auf Frage ausserstande, ihr vorzumachen oder zu erklären, warum es dann nicht funktioniere. Und nach einigem Hin und Her und der direkten Frage, ob ihm selbst denn immer gelinge, seine eigenen Steuererklärungen so zu übermitteln, wich er erst aus und erklärte dann irgendwie peinlich in die Klemme geraten, dass er noch nie seine Steuersachen per Internet übermittelt habe, da er das auch nicht müsse, ER sei ja kein Kleinunternehmer. (Ach, und da geht es ihn als von Steuern bezahltem Leiter der Behörde nix an , wenn seine vermeintlich so dolle Verwaltung nicht läuft ?)

Längst geht zu unseren und zu Lasten unserer Freizeit, was Dienstleister nicht mehr (mit)leisten und (mit)liefern: Wir bauen unsere Möbel zusammen, wiegen unser Obst und packen es ein. Demnächst werden die Scanner an der SB-Kasse zum Serienmodell, mit dem wir auch noch selbst kassieren, holen uns nicht nur in Raststätten, Mensen und Möbelhäusern, sondern gleich noch im Restaurant unser Essen selbst. Wir buchen längst entweder am Automaten oder im Internet nicht nur Reisen, Mietwägen und Bahn-Fahrkarten wie Briefmarken, unsere Bankgeschäfte, den Paketversand und anderes mehr, was sonst am Schalter und im Laden zum Beratungs- und Dienstleistungsservice selbstverständlich gehörte. Müssen das Kleingedruckte nicht nur für AGBs, sondern auch für allerlei immer zwingend für solche Bestellungen zu bestätigenden Datenschutzregeln jeweiliger Onlineportale an- und abhaken, ohne dass irgendjemand sich noch die Mühe machen muss, sie uns auf Frage zu erläutern, wenn etwas unklar sein sollte. Wie es im Kundenverkehr sonst üblich wäre - na sagen wir: lange war. Und jene Unternehmen besitzen die Dreistigkeit - wie unlängst die Bahn - beim Kauf von Karten am Schalter dann extra Gebühren verlangen zu wollen. Was am meisten die Menschen trifft, die eh wenig Geld, nicht das Wissen und die Kenntnisse im Umgang mit PC und Internet und oft genug nicht einmal beides selbst besitzen. Jüngere, die NOCH nicht geschäftlich erfahren genug sind oder Ältere, die es nicht mehr sind oder werden können.

Und angeblich wird dadurch alles einfacher und unkomplizierter. Für wen ? Für uns ? Mitnichten. Für diejenigen, die dadurch Personal(kosten) abbauen, unser aller Arbeitsmarktproblem und bestenfalls ihre Gewinnspanne erhöhen und zugleich damit die Arbeitslosenquote oder die Zahl der bestenfalls noch teilzeit- oder geringfügig beschäftigten Mitarbeiter zu Lasten der Vollbeschäftigung steigern und AL-Folgekosten verteuern einschliesslich der Minimierung der Einnahmen aus Einkommensbeiträgen für Renten- und Gesundheitswesen. In dem dann wiederum der Etat fehlt, die zunehmend älter werdende Gesellschaft und ihre altersbedingten Zipperlein kleineren und grösseren Pflegeumfangs finanzieren und vor allem menschlich und persönlich versorgen zu können. Die Sache mit dem Selfmade-Reha-Programm am heimischen Computer ist kein Science Fiction Szenario, sondern Realität und hat den Grund in der Idee, dass dann kein Arzt oder Personal zu Ihnen nach Hause kommen muss, um diese Therapien durchzuführen. Menschliche Zuwendung im Alter und in Krankheit und Pflegebedürftigkeit ? Fehlanzeige. Als ob wir nicht genau diese dann gegen Vereinsamung, Isolation und für unsere Gesundung und Gesundheit besonders bräuchten. Ob dieses Computerprogramm dann auch gleich noch die passenden Antragsformulare für die Rentnersteuererklärung, den passenden Krankenkostenerstattungsantrag und Ähnliches mehr gespeichert hat?



Es fängt bei solchen Dingen wie immer im Leben an: auf ganz kleinem Fuss, es wächst sich dann aus. Wildwuchs. Und irgendwann passt uns der Schuh nicht mehr, den wir uns haben einfach so hinstellen lassen und in den wir einfach so per Selbstbedienung hineingeschlüpft sind. Irgendwann wird es schwer, die Schuhbandln zu binden, die kleinen Aufschriften mit den Produktinfos auf dem Schuhkarton zu lesen und ihn uns aus jeder Höhe des Regals tief unten oder weit über dem Kopf oder wenigstens so hoch über den nicht mehr so beweglichen Schultern herauszufischen. Mit den Schultern, auf die wir uns als Kunden des Einkaufs, der Verwaltung und des Gesundheitswesens, das sich schon längst nur noch als Dienstleister bezeichnet und gefällt, mehr und mehr haben wuchten lassen, was angeblich so kundenfreundlich und bequem und preiswerter für uns sein soll. Und uns in Wahrheit zu unbezahltem Personal, zu Sklaven der Dienst- und Warenlieferanten macht.

Ob uns - noch jüngeren, jungen - Kunden das schon stören soll? Ja klar, denn wer jetzt noch nicht gegensteuert, trägt täglich zu dem bei, was er später aus(schuh)löffeln muss.
Mit Betreuungsvollmachten und Patientenverfügungen wird heute allerortens thematisiert und versucht, sich als Patient, als Kunde des Dienstleisters Gesundheitswesen gegen Behandlungen abzusichern, gegen die wir uns womöglichnicht mehr richtig wehren können. Im Alltag gilt nicht weniger, dass wir heute dazu beitragen, wie wir morgen als (ältere und hilfsbedürftigere und - technisch und sonst vielleicht - weniger versierte) Kunden behandelt werden sollen und wollen.

Gesund ist diese Entwicklung nicht. Dabei muss es nicht mal ein Gesundheitsschuh sein, den wir stattdessen tragen. Aber passen sollte er und die Wege bequemer machen. Leichtfüssiger. Nicht schwerer und (be)drückender mit all dem Kram, der uns aufgedrückt und im Internet als Verbrauchern und Kunden und Patienten nicht nur in AGBs aufgedrückt und auf's Auge gedrückt und gedruckt wird - und bitte immer schön per PDF und mit dem Risiko, sich beim download der Formulare und des dafür erforderlichen neuesten Programms, sich auch noch einen Trojaner oder Virus einzufangen. Für die natürlich keine der behörden zB haftet, weil sie es sich leicht damit machen, jedem download das kleine Fenster vorzuschalten mit dem Hinweis "Der download dieser Datei kann (mit einem Virus infiziert sein und) Ihren PC schädigen" etc.

Nein, gesund ist das nicht, was nicht nur mit PC-Viren uns da heimsucht, was vorgeblich alles so bequem nicht nur beim homeshopping und von daheim aus zu erledigen ist. Aber das gehört zu den Dingen, die man dann auch nur mit den eigenen Füßen entscheiden kann: was passt, was ist bequem, was gefällt mir vom Stil und der Couleur der Kommunikation - bei der Leistung und vor allem und mehr noch bei der Leistungsstörung. Wo bin ich, wo sind wir wirklich dann als Kunde der König, der noch wert geschätzt und nicht auch noch über hotlines, call centers und andere Hürden so lange ge-out-sourced wird, wie schon als Kunde und die Leistung für den Kunden: auf eben diesen selbst. Der anders als Mitarbeiter solcher Unternehmen weder Urlaub nimmt, noch streikt, noch Gehaltserhöhungen verlangt, noch krank ist. wie bequem....... für wen ?

Der Schuh sollte passen und passend angeboten und angepasst werden. An unsere individuellen Bedürfnisse. Ansonsten sollte man sie mit Füßen treten und mit den Füßen abstimmen und weiter gehen. Dahin, wo sie besser gepflegt und behandelt werden. So lange sie gesund sind, damit wir auch noch guten Service erhalten, wenn sie es nicht mehr sind und weniger beweglich. Und erst recht, wenn sie schon besonderen Servie nötig haben.

Meine Füsse sind gesund. Sie gehören allerdings der klassischen Zwischengrösse an, die in vielen der preiswert-Läden schlicht nicht da sind und nur die Wahl hätten, entweder bedrückt zu werden oder auf zu grossem Schuh leben und aus diesem herausschlappen zu müssen. Nein danke. Das ist mir den Preis nicht wert, der auch für mindere Qualität noch immer zu teuer ist. Meine Füsse sollen mich bis zum letzten Tag tragen, sie verdienen nicht nur meinen besten Service, sondern auch den derer, bei denen ich meine Fussbekleidung suche. In Läden wie jenem in Pasing, in den ich gern seit einiger Zeit gehe. Wo ich gute und chice Qualität zu angemessenem Preis bekomme. Von meiner Lieblingsschuhmarke. Von der ich meine Zwischengrösse bekomme. Und von der ich seit Jahren weiss, da schlüpf ich rein und - voilà - sitzt, passt und hat Luft. Auch wenn sie nicht von der Marke sind, deren Slogan zweckentfremdet heute eher im zwischenmenschlichen Umgang Bekanntheitsgrad bewahrt: "R.omi.ka-Schuhe - reintreten und sich wohlfühlen."
Und von meiner Lieblingsmarke *G.a.bor* finde ich dort - erstaunlicherweise - immer eine breiter gefächerte Modellauswahl für alle beruflich und privat oft anspruchsvollen Anlässen für meine Füße vor, als in den angeblich so modernen und gut sortierten, vermeintlich preiswerteren anderen Geschäften und Ladenketten. In denen ich allerdings kaum je glücklich werde, wenn ich sie mit dem Wunsch betrete "Diesen und diesen hier von der Marke *G.a.bor* bitte in Grösse 38 1/2."
Wer im In- oder Ausland tagelang von frühmorgens bis spätabends Termine durchaus bis zu 14, 16 Stunden auf den eigenen Beinen bei eigenen Vorträgen, Kongress-Sitzungen oder -Stehterminen stehen und durchstehen muss, die dann mit abendlichem Rahmenprogramm bei Konzert und festlichem Abendessen enden, schätzt Schuhe hoch ein, die gleichermassen gut zum Fuss und chic zum Outfit für die Tages- wie Abendgarderobe sind und auch noch für den kleinen Ausflug zwischendrin in den Tagungsort tauglich sind. (Oder finden Sie es lohnenswerter und günstiger, mit ruiniertem Fuss dann lieber Termin um Termin beim Orthopäden und bei der medizinischen Fusspflege absolvieren zu müssen, als in wirklich gut passendes und chices Fuss-Outfit?)

Da lieben Sie auch Geschäfte, in denen ich meine Wunsch-Schuhe und die Modelle direkt vom Laden und dortigen Lager bekomme, reinschlüpfen kann und - wenn ich dazu grad mal wie diese Woche - frühlingsfrischlustig bin, sie auch gleich anzubehalten und - egal ob Pfennigabsatz, Heel, Pump oder Ballerina - den Rest des Tages damit herumzulaufen. Auf neuen Hacken, ohne jeden Haken. Pardon: ohne Druckschmerz oder zu Schlappen. Und mit einem angenehmen Gefühl, dass nicht einmal das Portemonnaie deswegen weinen müsste. Service? Ja, den gibt es noch. Man muss ihn aber auch schätzen, einschätzen und schätzen lernen, wenn man den Dienstleistungsverweigerern nicht das Feld als Kunde widerstandlos überlassen will. Es kostet nicht mal mehr. Weil die Leistung, die man dafür bekommt, auch das Geld wert ist, wenn man das Geld nicht kritiklos in jedem Laden oder jedem shop rauswirft und schon kurze Zeit später die Wertlosigkeit der Leistung erkennen oder ein Produkt wieder wegwerfen muss.





Damit wir uns nicht missverstehen. Ich schätze und nutze auch die Möglichkeiten des Internets und vieler Produkte, Produkt- und Leistungsanbieter und dass und was ich heutzutage alles sehr bequem vom Schreibtisch erledigen, kaufen und sogar versichern lassen kann. Und nutze es liebend gern und ausgiebig in vielerlei Bereichen. Und ich bin - noch - gesundheitlich fit genug, das auch so nutzen zu können. Aber schon in 10, 20 Jahren kann das aus verschiedensten Gründen ganz anders aussehen. Wer dann als Kunde nicht mehr damit mithalten kann, ist als solcher isoliert, wenn Service anders nicht mehr vorhanden ist.
Beides sollte es daher geben, natürlich auch die Potentiale des Internets. Wo und So sie HILFEN sind. Nicht HÜRDEN. Weil es - nur dann - Wege und Zeit ersparen kann, die ich lieber in anderes investiere.

Wenn sie Zeit und (um)Wege ersparen. Wenn der Service stimmt. Der Kunde ist König. ER finanziert den Laden und die Gehälter der Inhaber und ihrer Mitarbeiter. Wenn sie ihn gut bedienen. Und er entscheidet mit seinen Füssen - oder mit dem Finger auf der Maus, wer und was sein Geld wert ist. Wenn er nicht vergisst, diese Zepter der modernen Zeit in der Hand zu behalten.

Auch dann, wenn in einem Schuhgeschäft wie jüngst beobachtet folgende Szene passiert:
Die Kundin hat sich am Vorabend ein paar Schuhe ihrer sonst immer passenden Grösse zurücklegen lassen, die bei der Anprobe überraschend drückten. Nun weiss man, vor allem in guten Schuhgeschäften, dass man Schuhe eher abends probieren sollte, damit sie nicht später drücken. Die Kundin wollte sie anderntags nochmal probieren und dann mitnehmen, erschien, bat um die Schuhe und erhielt sie von der Inhaberin mit den leicht strengen Worten "Aber nicht zu lange anprobieren, das ist nicht gut für die Schuhe, wenn Sie die dann doch nicht kaufen".

Leider war die Kundin so perplex, dass sie nicht konterte, sondern schluckte und sich so bedienen..... ? BE-Handeln ? Nein: MISS-Handeln liess.... So aber verkommt der HANDEL als solcher zu Händeln. Und schlechtem Händel und Kauf.
MIR wären daraufhin gleich mehrere passende und durchaus höchst liebenswürdig und freundlich, aber prägnant gegebene Antworten eingefallen - bevor ich den Laden an ihrer Stelle ohne besagtes Schuhpaar dann verlassen hätte.


Ohne auf dem Weg durch die Türe in meinen eigenen Schuhen schweben zu müssen, weil Schuhe das womöglich nicht aushalten, wenn man sie mal ein paar Minuten anhat. Aber ganz gewiss wie auf Wolken schwebend. Dank derjenigen Schuhe und des Services meines bevorzugten Schuhgeschäfts. Und weil ich mir gut gemerkt habe, dass man immer den Schuh (er-)trägt, den man sich selber anzieht. ;-))))

Sandmuschelchen 01.04.2009, 07.29

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von ERa

Wunderbarer Beitrag, spricht mir aus der Seele, danke dafür. Der Blick wird wieder auf diese guten wohltuenden, traditionellen, zwischenmenschlichen Werte und Dienstleistungen gerichtet, die leider wegen Rationalisierungen und höheren materiellen Gewinnbestrebungen immer mehr verschwinden. Der Humor, das "Augenzwinkern" in den Texten gefallen mir sehr und die Fotos sowohl bei der "fotocommunity" als auch hier sind sehr ästhetisch, ich genieße sie sehr. Lebensqualität für mich. Danke dafür. Frühlingsgruß aus dem Dreiländereck bei Trier. ERa

vom 02.04.2009, 10.30
Antwort von Sandmuschelchen:

Moin, liebe Eveline und danke Dir herzlich für den netten Kommentar, das freut mich wirklich SEHR ! Auch dass sich wieder mal jemand von den FClern hierher  spazierend mit einem Kommentar hier meldet,
Ganz liebe Grüße vom Isarstrand ins Dreiländereck zu Dir
Lizchen