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Ausgewählter Beitrag

Trotz, Trotzen & Trotzdem



Thymian


Tag 2 danach......

Heute habe ich der Versuchung des ersten Tages nach dem Kameraexitus widerstanden, sie in die Hand zu nehmen und auszuprobieren, ob sie nicht doch einfach wieder funktionieren könnte. Aus Verzweiflung glaubt der Mensch ja gern an das Unmögliche. Sogar an den aberwitzigen Gedanken, dass

.......sie vielleicht mal nur einen Tag gesponnen haben, eine Art Laune gehabt haben könnte. Dass es vielleicht doch Sinn macht, sie noch mal komplett durchzuchecken, weil man irgendwas übersehen haben könnte. Am zweiten Tag kennt man zwar das Gefühl der heimlichen Versuchung noch, aber man ist um die enttäuschte Erfahrung reicher, dass das eben sinnlos ist. Ent-Täuschung. Bitte buchstabieren. Aus die Maus, die Täuschung hat sich durch die Erkenntnis ersetzt.

Die to-Do-Liste wächst und wird parallel langsam erledigt. Die Gewohnheit, bei allem Möglichem sofort zu denken "oh, DAS ist auch ein Motiv, ....", gleich, was man in die Hand nimmt, ist hartnäckig. Aus schierer Hilflosigkeit, für unabsehbare Zeit erst mal keine Lösung zu haben, taucht ein neues Entzugsgefühl auf. Schliesslich hat es ja vor der Kamera auch ein Leben ohne gegeben. Jaja,....sicher, mit einer anderen Kamera, einer analogen. Aber manche Dinge verlassen den Hausstand und sind nicht mehr verfügbar. Über vergossene Milch lohnt es nicht zu jammern - vergeudete Energie, so ein Blick zurück.
Das neue Entzugsgefühl hat einen Namen. Es heisst TROTZ.

Und das hat wenigstens Energiepotential.
Mag sein, für die defekte Kamera gibt es noch keine Lösung, aber die LOSUNG des Tages heisst:

Trotz
Trotzen
Trotzdem

Trotz........... Hindernissen, nicht die Nase hängenlassen, sondern immer schön gerade in den Wind halten.
Trotzen........ den Widerständen und die Augen für Potentiale öffnen
Trotzdem ........weitermachen mit den vorhandenen Möglichkeiten

Bearbeiten der Bilder aus der letzten vorkomatösen Kamera-Shooting vom Wochenende.



Abwechselnd dazu wird immer mal wieder das Archiv gesichtet nach noch unbearbeiteten Dateien bereits vorhandener Fotoserien. Schliesslich werden immer erst mal nur einige der Serien verarbeitet und in die Agenturen gegeben. Nicht immer gleich jede Perspektive und Variante von Themen. Der Regen plätschert und prasselt an die Fenster der Cucina und auf das Glasdach der Laube. Es ist trüb und die Arbeit am Screen ist immerhin besser mit einer Kanne Tee möglich. Teetrinken, Inselgefühl. Manchmal muss man auf diesen wie jenen Inseln den Sturm und das miese Wetter eben einfach abwarten. Und das Beste daraus machen.

Nebenbei entstehen einige neue Poster-Motive aus älteren Archivarbeiten. Kräuter in Makroaufnahmen, z.B. der Thymus vulgarus. Er gehört ja zu den Heilkräutern. Aber ich hab ihn erfolglos vor das Objektiv meiner komatösen Kamera gehalten, Fazit: auch Heilkräuter haben ihre Wirksamkeitsgrenzen. Also weiter Geduld üben.

Ausserdem ist so auch zwischendrin Gelegenheit, mal nach dem Verlag zu googeln, der vor ein paar Tagen überraschend ein Belegexemplar geschickt hatte. Belegexemplare von Printerzeugnissen mit den erworbenen Bildlizenzen von Kunden aus Bildagenturen sind eher die Ausnahme. Aus Praktikabilität. Manchmal entdecke ich dann doch eines der Bilder wieder. In Werbbeilagen grosser Kaufhausunternehmen. In Verlagserzeugnissen unterschiedlichster Art. Aber ein DIN A 4 Kuvert eines Klinik - und Pflegemanagement-Verlages mit dem Heft, in welchem er eines meiner Murmel-Bilder



Alles relativ

als Illustration für einen Textbeitrag zur Transparenz im Bereich von Pflegeleistungen verwendet hatte, ist eines der Beispiele, die ich besonders mag. Denn es bestätigt auch meine Meinung, dass meine Murmelbilder durchaus vielseitig assoziativ verwendbar sind, besonders, wenn sie durchdacht verschlagwortet in der Agentur geführt und über diese Schlagworte/Keywords auch von Kunden gefunden werden. Das und die Verwendung im konkreten Zusammenhang des Heftthemas freuen durchaus. In diesem Fall doppelt, denn das Heft und der Verlag sind interessant für mein eigentlich ganz anderes berufliches Standbein. Zeit, das Heft und die Fachbeiträge allesamt in Ruhe zu lesen und ein paar neue Kontakte zu machen, wenn die Kamera mir "netterweise" durch ihr Koma einen weiteren Tag Zeit schenkt....

Man muss es eben einfach SO betrachten: Arbeitsausfall durch Technikstreik KANN auch GESCHENKTES Zeitpotential sein. TROTZ Entzugsgefühlen. [Trotzdem...... zähle ich die Zeit, bis wieder ein funktionierendes Kameramodell vor meinen Augen arbeiten wird.]

;-)

© Copyright by Liz Collet/all rights reserved

Bildquellen:

"Thymus vulgaris" als Poster

Weitere Kräuter- und andere Motive als Poster:

und:

Alles relativ

Sandmuschelchen 17.06.2008, 04.52

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Kommentare zu diesem Beitrag

5. von Liz

@Inge... Moin, meineLiebe, klar, kannst Du gerne haben *Tellerrüberschiebt*
@Frank.... jaja, aber zu der Kategorie gehöre ich nicht...als Jungfrau habe ich natürlich immer genug Batterien in Reserve in der Schublade liegen ;-) - schade, aber mit dem Biergarten hat es am Do nicht bei mir geklappt... schon weil ich die sms erst tags drauf las, als das Handy wieder an war... ander Mal dann gern....

@Jens... danke für das Mitgefühl. :)

vom 23.06.2008, 07.32
4. von Jens

Leid tut's mir, DAS war es, was ich schreiben wollte.

glG
Jens

vom 19.06.2008, 20.41
3. von Jens

@ Liz
es tut mir sehr um Deine KAMERAdin und Dich.

@ Frank
... und wie oft hast Du schon den Rechner ausgeschaltet wenn's hakte?
Meiner läuft dann (meist) wieder wunderbar ...

vom 19.06.2008, 20.38
2. von Frank

..gibt ja auch Menschen, die bei nachlassender Batterieleistung ihrer Fernbedienung FESTER auf den Knopf drücken. Oder auf der Waage die Luft ausatmen, oder halt die Kamera hoffnungsfroh wieder anschalten.....Mist. Wie Picasso den Pinsel knicken

vom 19.06.2008, 11.27
1. von Inge aus HH

Liebe Liz,

schiebste mir bitte mal den Teller mit dem Speck rüber? Und eine Servierte?

Schönen Abend Dir!! ;) :ok: :)

vom 18.06.2008, 22.17