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Ausgewählter Beitrag

Ungewöhnliche Geschenke ..........

 

bekommt man manchmal ganz umsonst, einfach aus der Natur.



Vor ein paar Tagen ereignete sich über und in den Bäumen und Hecken meines inzwischen schon lange winterlichen gewordenen  „Hofgartens“




ein seltenes Schauspiel der Natur. Ich bin – was dieses kleine Biotop in der Stadt angeht – mit Ungewöhnlichem zwar

manches gewohnt. Die Lage des Stadtviertels nahe am Stadtrand mit vielen Acker- und Baumflächen mag da günstig eine Rolle spielen. Dennoch ist es für mich immer noch ungewöhnlich und täglich freue ich mich daran, wenn ich sehe, was sich da alles tummelt neben den Dutzenden von Spatzen,


 Raben, Amseln. Und einigen Tauben, von denen ein Paar sogar in der dicht wuchernden Rankhecke der Balkonbegrünung des Nachbarbalkons im Frühjahr zu brüten begann. Ich mag zwar ihr Gurren, weil es mich an meine Kindheit bei meinen Grosseltern erinnert, in der ich davon morgens meist wach wurde. Sonst allerdings widerstrebt mir der Gedanke an ihre unhygienischen Nebenwirkungen und nicht nur der Markusplatz in Venedig gibt für mich in der Hinsicht daher ein anschauliches Beispiel der unschönen Folgen von Taubenüberbevölkerungen. Aus dem Taubennachwuchs wurde allerdings aus einem anderen Grund nichts in besagter Hecke, die ich vorsichtig und mit nicht störendem Abstand von meinem Balkon dort hinüber mit dem Teleobjektiv beobachten konnte. Denn eines Tages lag das Nest morgens verlassen mit zerbrochenen Eierschalen. Da der Nachbar zu dieser Zeit verreist war, musste ich zum Glück nicht den Gedanken in Betracht ziehen, dass menschliche Hände im Spiel gewesen sein konnten, vermutlich hatten die Elstern, Raben oder vielleicht auch eines der Eichkatzerln, die ja auch schon bis zu mir herauf gekommen waren, etwas damit zu tun. Der Kriminalfall des Raubes der Taubeneier bleibt mangels eindeutiger Klärung der Täterschaft indessen ungelöst. Abgesehen von solchen erschütternden Dramen geht es indessen in diesem Biotop zumindest unter den Vögeln recht friedlich zu. Ansonsten gilt natürlich auch in diesem Garten das Prinzip der Nahrungskette, in der keiner gern die Rolle des Regenwurms oder eines der Viecherl, die sich die Spechte aus den Bäumen holen, übernimmt. Oder die Rolle anderer Leckerchen am Ende jener Nahrungskette. In der nicht alle Körnerliebhaber sind. Bunt ist das Treiben oft in den Hecken und Sträuchern und den Bäumen, obwohl gelegentlich und einzeln auch zwei Katzen im Revier herumstreifen. Da leben unter anderem Blaumeisen, Kohlmeisen, Grünfinken, Buchfinken, Gimpel, ein Buntspechtpaar, ein Eichelhäherpaar, zwei Eichkatzerln, ein Elsternpaar, gelegentlich ein Marder (bloss gut, dass ich seit ein paar Jahren nicht mehr um gewisse Teile in meinem Auto bangen muss, das auch in der Garage nicht sicher war vor diesem Gummikiller, dessen Vorliebe mir kulinarisch die Magen- und Nackenhärchen aufstellt).

 

Wie gesagt, man ist manch Ungewöhnliches gewöhnt. Aber was da am 20.zu sehen war, habe ich hier das erste Mal gesehen. Es muss so rund eine Hundertschaft gewesen sein, die als Schwarm in 1-2 Bogenformationen teilend, wieder vereinigend über die hohen Bäume flog und kreiste und über die Dächer und die hinteren Partien des Hofgartens, bevor sie mit einem Male in die Bäume einfielen, in denen hier eine ganze Reihe Mistelbuscherln hängen. Mit einem fast an kleine Raben erinnernden, aber eher sirrrendem Geschrei. Ersichtlich hungrig und wie Raben auch über das Futter herfallend. Immer wieder flogen sie zwischen den Sträuchern und den Mistelbuscheln und einem der höheren Bäume, in dem sie sich wie Hitchcocks Vögel zu sammeln schienen hin und her, weil kaum einer mehr als 2-3 seiner Kumpels in je einem Mistelbuscherl zu dulden schien. Mehrere Male schienen sie nach einer gewissen Zeit dann in Gruppen von etwa 30-40 auffliegen zu wollen, flogen eine kurze Bogenformation, nahmen dann aber wieder in den Bäumen und am Mistelesstisch Platz und futterten dort, was das Federzeug hielt. Bei den Hagebutten hatten sie dagegen Pech, ebenso wie bei den anderen Beeren, die allesamt abgeerntet oder abgefuttert waren. Das Wetter war zu trüb, um sie gut fotografieren zu können und die Vögel auch zu lebhaft, um (zumindest mit meinen Fähigkeiten) wirklich ein gutes Bild und dieses scharf genug zu erwischen. Aber durch das Teleobjektiv konnte ich wenigstens bestätigt sehen, was ich an Aussehen mit blossem Auge vermutete. Es war offenbar ein Schwarm von Seidenschwänzen. Die man eigentlich in unserer Gegend und schon gar in der Stadt kaum zu sehen bekommt, erst recht nicht eine solche Hundertschaft oder mehr.

Eine sehr schöne Aufnahme habe ich bei den beiden Englers gefunden. Die beiden haben zudem eine grossartig gemachte Naturfoto-Website, bei der man im Menüpunkt Galerie ebenfalls ein Bild eines Seidenschwanzes und beim Anklicken eine wunderschöne Serie dieses Vogels betrachten kann. Auch die anderen Motive dort lohnen die clicks allemal.

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(c) Copyright by Liz Collet


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Sandmuschelchen 23.12.2008, 04.42

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